Strafbefehle gegen Aktivist_innen wegen Ankettaktion

Pressemitteilung vom 20.2.2013:

Zwei Aktivist_innen erhielten Strafbefehle, weil sie im Sommer 2012 einen Uranzug zwischen Gronau und Münster aufgehalten haben.
Im Sommer 2012 fand in Metelen ein Aktionscamp gegen Atomanlagen statt. Mit zahlreichen Aktionen setzten die Teilnehmer_innen Zeichen gegen die tödlichen Atomfabriken im Münsterland. Neben einer 24-stündigen Blockade der Uranfabrik in Gronau stoppten die Aktivist_innen mit kreativen Aktionen einen der Atommüllzüge aus der Urananreicherungsanlage. Der Transport mit Uranhexafluorid musste erst wegen einer Ankettaktion anhalten und dann wegen einer Kletteraktion komplett umgeleitet werden.
Bereits mehrmals ist es Aktivist_innen gelungen, Atommüllzüge aus der Gronauer Uranfabrik aufzuhalten. Im letzten Jahr gleich bei zwei Transporten und noch dazu sehr spektakulär: Im Mai gelang es durch mehrere Kletteraktionen hintereinander, den Zug für fast acht Stunden aufzuhalten und im Juli sorgten eine Kletteraktion und eine Ankettaktion für eine gesperrte Strecke. Die beiden damals angeketteten Aktivist_innen haben nun vom Amtsgericht Steinfurt Strafbefehle über 120 und 80 Tagessätze erhalten.
„Staatsanwaltschaft und Gericht versuchen uns abzuschrecken und den Widerstand einzuschüchtern, aber das wird ihnen nicht gelingen, denn wir sind weiterhin überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, gegen Atomanlagen zu kämpfen und wir sind dabei nicht alleine“ so Hanna, eine der damals Angeketteten. „Wir haben Rechtsmittel eingelegt und werden vor Gericht kämpfen.“ so Martin, der zweite Angekettete. „Es ist nicht neu, dass der Staat die Interessen der Atomindustrie schützt. In diesem Fall tut er dies eben durch die Verfolgung widerständiger Personen, an anderer Stelle durch gezieltes Wegschauen, durch das Erteilen von absurdesten Genehmigungen oder das Durchprügeln von Atomtransporten. All das sind nur unterschiedliche Facetten des Atomstaats. Solange Anlagen wie die Brennelementefabrik in Lingen oder die Urananreicherungsanlage in Gronau noch laufen kann von einem ernst gemeinten Atomausstieg nicht die Rede sein!“ Für die beiden 2012 angekettenen Aktivist_innen steht jedenfalls fest: „Wir werden uns auch 2013 wieder an Protesten und Aktionen im Münsterland beteiligen“

 

 

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