Am Landgericht Osnabrück wurde am 9.3.2026 mal wieder gegen Atomkraftgegner*innen verhandelt. Hintergrund ist eine Kletteraktion auf dem Dach der Brennelementefabrik in Lingen. Dort wurde in der Silvesternacht 2022 auf 2023 ein großes Transparent mit der Aufschrift „SHUT DOWN“ enthüllt, um die Stilllegung dieser unbefristet laufenden Atomanlage zu fordern. Doch statt sich um den Weltfrieden zu sorgen, wenn der russische Staatskonzern Rosatom in deutsche Atomanlagen einsteigt sorgen sich ANF und framatome (die Betreiberfirma) und Gerichte um den Hausfrieden. Der soll gebrochen worden sein, das Amtsgericht Lingen verurteilte deswegen bereits sieben Menschen und auch am Landgericht liefen schon einige Berufungsverhandlungen.
Die Verhandlungen am Montag waren exakt zeitgleich terminiert, was es sowohl solidarischen Menschen im Publikum erschwerte teilzunehmen, als auch die Polizeizeug*innen gründlich Nerven kostete, denn auch die konnten sich beim besten Willen nicht zweiteilen. Juristisch ging es dann in beiden Verfahren neben den Gefahren der Brennelementefabrik und Auseinandersetzungen um mangelnde Aktenvollständigkeit zentral um die Frage, ob der damalige Prokurist und spätere Geschäftsführer der ANF Andreas Hoff überhaupt befugt war, alleine Strafantrag zu stellen. In einem der beiden Verfahren wird er nun tatsächlich als Zeuge vorgeladen, die Verhandlung wird fortgesetzt am 16.3. um 13.30. Auch im zweiten Verfahren wird es noch einen Fortsetzungstermin geben (23.3., 9.15 Uhr), dort allerdings voraussichtlich ohne Zeug*innen, dafür mit zahlreichen Beweisanträgen von Seiten der Verteidigung. Und so ging ein langer Doppel-Prozesstag irgendwann nach 17 Uhr endlich zu Ende. Wir sind gespannt, wie es beim nächsten Tag läuft, Publikum ist jedenfalls sehr willkommen.









