HH: Ankettaktion gegen Urantransport vor Gericht – neuer Urantransport unterwegs

Am Donnerstag, den 7.April muss sich um 9:45 Uhr ein Antiatomaktivist vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg verantworten. Vorgeworfen wird ihm Störung öffentlicher Betriebe und Nötigung. Im August 2014 hätte sich der Atomkraftgegner zusammen mit anderen Aktivist_innen vor einem Uranzug im Güterbahnhof Süd des Hamburger Hafen an die Gleise gekettet und diesen so am Losfahren gehindert.

Atomkraftgegner_innen verhindern, mithilfe einer Ankettvorrichtung im Gleisbett, die Weiterfahrt eines Atomtransportes im Hamburger Hafen durch

Atomkraftgegner_innen verhindern, mithilfe einer Ankettvorrichtung im Gleisbett, die Weiterfahrt eines Atomtransportes im Hamburger Hafen durch

Mit ihrer Aktion wollten die Aktivist_innen auf die wichtige Rolle des Hamburger Hafens als Umschlagplatz der internationalen Atomindustrie aufmerksam machen und gegen den als verantwortungslos kritisierten Umgang der Hamburger Atomaufsicht mit radioaktiven Gefahrguttransporten protestieren. Der Angeklagte Dominik R. führt aus, wer in diesem und anderen Verfahren gegen Atomkraftgegner_innen vor Gericht steht: „Die Strahlenschutzbehörde lügt, Sicherheitsstandards werden nicht beachtet, Atomtransporte rollen dennoch, aber angeklagt werden diejenigen, die sich dagegen wehren. Darin zeigt sich wie sehr dieser Rechtsstaat unverändert ein Obrigkeits- und Atomstaat ist.“

Am Amtsgericht Harburg sind derzeit noch weitere Verfahren wegen dieser und ähnlicher Aktionen gegen den Hamburger Hafen als internationale Atomdrehscheibe anhängig.

Durch Hamburg wurden allein im Jahr 2014 knapp 10.000 Tonnen Uran als Uranerzkonzentrat oder Uranhexafluorid und mehr als 500 Tonnen angereichertes Uran befördert, was Hamburg zu einem der wichtigsten Drehkreuze der europäischen Atomindustrie macht.

Derweil wurde am gestrigen Mittwoch Abend erneut Uranerzkonzentrat aus Namibia im Hamburger Hafen bei der Firma C.Steinweg entladen. Vermutlich am Abend des Prozesses soll es weiter befördert werden in die Konversionsanlage im französischen Narbonne. Aktionen von Atomkraftgegner*innen sind angekündigt, so zum Beispiel eine Mahnwache ab 16 Uhr vor dem Firmengelände von C.Steinweg.

Infos zu Atomtransporten durch Hamburg:
www.atomtransporte-hamburg-stoppen.de

Der Strafprozess am 7.4. beginnt um 9.45 Uhr im Amtsgericht Hamburg Harburg, Saal B 2.11, Presse ist willkommen

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