Aktion: Cent im Getriebe des Polizeistaats

Letzten Sommer gab es im Münsterland ein Anti-Atom-Aktionscamp und in dem Zusammenhang auch eine Demonstration in Lingen vor der sonst wenig beachteten Brennelementefabrik. Dabei wurden 30 Personen in Gewahrsam genommen und Bußgeldverfahren eingeleitet. Jetzt sollen die Leute nach Niedersächsischem Gesetz für die unfreiwillige Taxifahrt ins Polizeipräsidium bezahlen – 45 Euro pro Person. Sie wollen aber nicht für die eigene, ungewollte Verschleppung zahlen, wehren sich dagegen und möchten es der Polizei, die den Atomstaat durchsetzt, so schwer wie möglich machen – und ihr könnt dabei helfen. Weil wegen hoher Kosten nicht alle Betroffenen Klagen werden, wurde eine Cent-im-Getriebe-des-Polizeistaats-Aktion vorbereitet. Konkret geht es darum, den Betrag in möglichst vielen Kleinstbeträgen zu zahlen, um bei der Polizei viel Aufwand zu verursachen – damit sie bei der nächsten Aktion darauf keine Lust mehr haben. Auch wenn die Heranziehungsbescheide vor Weihnachten kamen um den Aktivist*innen eine Koordination zu erschweren, haben sich bereits jetzt zahlreiche Menschen an der Aktion beteiligt.

Kontakt zum Mitmachen bei der Cent-im-Getriebe-Aktion: cent (ätt) nirgendwo.info

Wie funktioniert es konkret?

Wenn ihr euch beteiligen wollt, schreibt ihr eine Mail mit Betreff „Cent im Getriebe“ an cent[at]nirgendwo[dot]info, wie viele und welche Kleinbeträge ihr überweisen wollt, also z.B. sagt ihr ihr wollt 7 mal 53 Cent überweisen. Dann bekommt ihr per Mail von uns sieben Kassenzeichen der betroffenen Personen und die Kontonummer, auf die das Geld überwiesen werden muss, zugeschickt. Wenn ihr die Überweisung gemacht habt, bestätigt ihr nochmal, dass das Geld überwiesen ist. Das brauchen wir um sicher zu stellen, dass am Ende auch tatsächlich der gesamte Betrag für die jeweilige Person überwiesen worden ist.

Hintergrund

Die Brennelementefabrik in Lingen produziert Brennstäbe für den Betrieb von Atomkraftwerken vor allem in Frankreich, Deutschland und Belgien. Aber auch nach Finnland oder in die USA wurde schon geliefert. Die Fabrik gehört Areva, dem weltweit größten Atomkonzern im Besitz der französischen Regierung. Genau wie die Urananreicherungsanlage in Gronau besitzt sie eine unbefristete Betriebsgenehmigung, darf also auch nach dem sogenannten „Atomausstieg“ weiter produzieren. Deshalb rückt die Anlage in den Fokus von Atomkraftgegner*innen und wir freuen uns natürlich besonders über weitere Aktionen gegen die Brennelementefabrik in Lingen.

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2 Kommentare zu Aktion: Cent im Getriebe des Polizeistaats

  1. Klaus Roll sagt:

    Klasse Aktion, ich bin dabei. 25 Überweisungen a`53 cent. Bitte die Kassenzeichen und Kontendaten.

  2. Pingback: Einzahlungen- Cent im Getriebe | nirgendwo

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